Sprache & Unicode · 8 Min. Lesezeit
Ausgangstexte schreiben, die sich leichter übersetzen lassen
Klare Quelltexte helfen Übersetzern, Stimme und Kontext zu bewahren, statt Sprache beliebig zu vereinfachen.
Veröffentlicht 22. Juli 2026 · Text.NovaKit Editorial Desk
Übersetzung beginnt vor dem Übersetzen
Viele Lokalisierungsprobleme entstehen schon im Ausgangstext. Eine Überschrift ohne Kontext, ein englisches Wortspiel oder eine Schaltfläche mit „Go“ ist kurz, aber mehrdeutig. Es geht nicht um langweilige, neutrale Sprache. Die beabsichtigte Bedeutung muss sichtbar sein, damit Übersetzer Wärme, Rhythmus und Persönlichkeit in einer anderen Sprache neu herstellen können.
Bezüge, Variablen und Platz erklären
Nenne das Subjekt, wenn ein Pronomen außerhalb des Zusammenhangs unklar wird. Speichere bei dynamischen Texten möglichst vollständige Sätze und zeige Beispielwerte für Variablen. Erwarte nicht, dass Deutsch oder Japanisch dieselbe Breite wie Englisch benötigt. Zeichenlimits sollten eine echte technische Grenze abbilden, nicht bloß die Länge des ursprünglichen Textes.
Kontext geben und im Produkt prüfen
Liefere Screenshots oder kurze Hinweise dazu, wo ein Text erscheint, wer ihn sieht und was vorher passiert ist. Kennzeichne unveränderliche Produktnamen und erkläre Wortspiele. Prüfe anschließend die lokalisierte Oberfläche mit realistischen Namen, Zahlen und langen Werten. Übersetzung funktioniert am besten als Gespräch: klarer Ausgangstext eröffnet es, die Prüfung im echten Kontext beendet es verantwortlich.